Worüber sollte man sich als angehender Ergotherapeut im Klaren sein?

Worüber sollte man sich als angehender Ergotherapeut im Klaren sein?

Der Umgang mit den Patienten und deren Krankheit erfordert meist viel Geduld. Oft bewirken die durchgeführten Übungen, auch nach langer Durchführung nur ganz kleine Erfolge. Weiterhin muss man sich im Klaren sein, dass die Ausbildung zum Ergotherapeuten eine rein schulische Ausbildung ist. Gerade wenn die nächste Schule weit vom Heimatort entfernt ist, muss ein Wohnortwechsel in Betracht gezogen werden.

2 Kommentare

  1. Aus meiner Sicht (23 Jahre Berufserfahrung) beantworte ich die Frage so:

    - Ergotherapeuten sind vor allem Therapeuten. Therapie bedeutet, jemanden der ein Gesundheitsproblem hat, darin anzuleiten, seinen Alltag bestmöglich zu bewältigenzu. Dabei gilt es auch in schwierigen und belastenden Situationen den Überblick zu behalten und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen auszukommen.
    - “Übungen” bezahlen die Kostenträger nicht. “Üben” ist etwas, was Patienten eigenständig im Alltag nach Anleitung durchführen sollten. “Therapie” bedeutet, etwas Neues zu vermitteln. Den Patienten, ihren Angehörigen und ihrem Umfeld
    - Wer einen therapeutischen Beruf ergreift, sollte in der Lage sein, theoretisches Wissen zu erfassen und in die Praxis umzusetzen. Und umgekehrt aus praktischen Erfahrungen theoretische Schlußfolgerungen abzuleiten
    - Wer im biopsychosozialen Bereich arbeitet, sollte bereit sein, sein eigenes Handeln, Fühlen und Denken konstruktiv-kritsch zu hinterfragen und hinterfragen zu lassen.
    - “Kreativität” ist im ergotherapeutischen Bereich v.a. beim Entwickeln guter Lösungen gefragt. Auch berufspolitischen.
    - “Mit Menschen arbeiten” bedeutet für Ergotherapeuten besonders, eine tragfähige Beziehung aufzubauen zum Patienten, ihn gleichzeitig herauszufordern und sich gut abzugrenzen. Und sich gegenüber anderen Berufsgruppen zu positionieren
    - “Geduld” brauchen Ergotherapeuten. Insbesondere angesichts der vielen widersinnigen Gegebenheiten im “Gesundheitsunwesen”

    Angelika Oetken, Ergotherapeutin, Berlin-Köpenick

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  2. Annika Riehl sagt:

    Ich helfe zur Zeit als Praktikantin einmal die Woche in einem psychiatryschen Wohnheim mit, und habe genau diese Frage (wenn auch speziell für dieses Berufsfeld) gestellt. Folgende Antwort habe ich erhalten:
    Man muss

    - Stress und Druck aushalten
    - sich durchsetzen können
    - kreativ sein
    - Körperkontakt ertragen können
    - es ertragen können, sich manchmal unbeliebt zu machen
    - lange auf Erfolge warten können
    - seelischen Abstand halten können
    - Initiative ergreifen können
    - Selbstvertrauen haben
    - Kontaktfreudig sein

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